Logo Winz und Partner

PensionsManagement

Aktuelles

Altersvorsorge nach Corona: „Rentner sind die einzigen Gewinner der Corona-Pandemie.“

Rentenexperte Professor Bernd Raffelhüschen zeigt, wie sich die Corona-Pandemie auf unser Rentensystem auswirkt.

Rentenexperte Professor Bernd Raffelhüschen erläutert, wie sich die Corona-Pandemie auf unser Rentensystem auswirkt und welche Altersvorsorge-Strategien künftige Rentner verfolgen sollten.

Pfefferminzia: Lässt sich abschätzen, welche Auswirkungen die Corona-Krise auf die demografische Entwicklung hat?

Bernd Raffelhüschen:  Demografisch gesehen handelt es sich um ein vernachlässigbares Ereignis. Corona hat statistisch weder Auswirkungen auf die Fertilität, noch auf die Mortalität, auch wenn Medien das anders behaupten. Lediglich die Migration hat sich verändert, wir haben deutlich weniger Zuwanderung in Deutschland.

Wird sich das Rentenniveau durch die Corona-Krise verändern?

Das Rentenniveau verändert sich nur aufgrund der demografischen Entwicklung oder aufgrund politischer Entscheidungen. Leider wurde eine Folge von Fehlentscheidungen getroffen. 2008 hat der damalige Arbeitsminister Olaf Scholz eine Rentengarantie gegeben. Per Gesetzesvorlage wurde bestimmt, dass die Renten steigen, wenn die Löhne steigen und dass die Renten aber nicht sinken, wenn die Löhne sinken. Gleichzeitig wurde aber bestimmt, dass als Ausgleich im Fall sinkender Löhne später die Renten weniger stark steigen sollen. Diesen Nachholfaktor der Rentengarantie hat Arbeitsminister Hubertus Heil nicht durchblickt und bis 2025 ausgesetzt. Damit ist die Agenda 2010 rentenpolitisch jedenfalls ausgehebelt.

Das heißt, die Rentner stehen letztlich besser da, als es geboten wäre?

Im vergangenen Jahr werden die Äquivalenzlöhne voraussichtlich aufgrund der hohen Kurzarbeiterquote nicht gestiegen sein. Die Renten können nicht sinken, die Corona-Pandemie kennt also nur einen Gewinner: die Rentner. Falls der Fehler von Hubertus Heil nicht korrigiert wird, gewinnen auch die künftigen Rentner auf Kosten der Beitragszahler.

Lässt sich die Riester-Rente sinnvoll reformieren?

Die Kritik an der Riester-Rente wird meistens von Leuten geübt, die sie gar nicht durchdrungen haben. Es gibt 1.500 verschiedene Riester-Renten in drei großen Kategorien, sie basieren entweder auf Versicherungen, Banksparplänen und ähnlichem oder sind fondsgebundene Riester-Renten. Die Niedrigzinsen betreffen nur die Riester-Renten, die im Wesentlichen Anleihe-lastig finanziert sind. Horst Seehofer schimpfte damals, dass die Riester-Rente nichts taugt. Er hat eben einfach die falsche gekauft. Eine vernünftige Beratung würde einen Kunden, der schon mehrere Lebensversicherungen hat, nie in eine rentenversicherungsförmige Riester-Welt schicken. Im Übrigen macht nicht die Zulage, sondern der Sonderausgabenabzug im Einkommensteuerrecht letztlich die Förderung aus; nämlich den Aufschub in die vollständig nachgelagerte Besteuerung. Das ist ein gutes Konzept, das wir weitertragen sollten.

Wer in Zukunft 5 bis 7 Prozent seines Einkommens ratierlich und diversifiziert investiert, wird im Alter seinen Lebensstandard sichern können. So lautet eine Ihrer Aussagen. Aber nur wenn die Finanzindustrie mehr Freiheiten erhält. Was bedeutet das?

Welcher vernunftbegabte Mensch würde eine Bundesobligation kaufen, die man nicht verzinst und wahrscheinlich zurückbezahlt bekommt? Tatsächlich zwingt der Staat die Finanzindustrie in seine eigenen Produkte durch eine Fülle von gesetzgeberischen Vorschriften wie das Niederstwertprinzip, Garantien und Eigenkapitalhinterlegung. Er zwingt die Menschen in wenig volatile Anlageformen. Erst wenn sich das ändert, können die Refinanzierungsstrukturen wirklich effizient allokiert werden. Insofern müsste die Riester-Rente tatsächlich reformiert werden, damit wir von den Garantien wegkommen.

Worauf genau sollten sich die zukünftigen Rentner der Jahre 2030 bis 2060 vorbereiten? Welche Vorsorgestrategie muss man ihnen raten?

Unser gesetzliches Rentensystem schafft eine Basisversorgung. Mehr als 40 Prozent wird nicht drin sein für die künftigen Rentner. Wohlgemerkt, die sind selber schuld, sie hätten ja auch mehr Kinder in die Welt setzen können. Das werden wir auch noch diskutieren müssen, denn Kinder sind teuer und Kinderlose sind letztlich Trittbrettfahrer. Den Rentnern der Zukunft muss man ansonsten genau dasselbe raten wie den Rentnern der Gegenwart und der Vergangenheit: Ratierlich und diversifiziert sparen – also die Eier in mehrere Körbe zu legen und die Körbe langsam zu füllen. Wer das kapiert hat, ist in jedem Jahrhundert gut gefahren.

Welche Fehler im Rentensystem muss der Staat korrigieren?

Wir müssen zurück zur Agenda 2010 und dazu, einen Lebenserwartungsfaktor in die Rente einbauen. Wer länger lebt, muss auch länger arbeiten. Das geht nicht anders. Dann werden unsere Kinder so lange arbeiten für ein Rentenjahr, wie wir das getan haben, den gleichen Beitragssatz wie wir bezahlen und das System auch akzeptieren. Die Rente wird eine Basisversorgung sein, um den Rest muss man sich selber kümmern. Dafür muss die Finanzindustrie die richtigen Tipps an der Hand haben. Und die sind, wie gesagt, möglichst ratierlich und möglichst diversifiziert zu sparen.

Wie sehen Sie die Rolle des unabhängigen Maklervertriebs in Deutschland?

Vernünftigerweise gut, die Rolle des Maklers ist nur eine andere geworden. Früher hat der Finanzsektor den Sahneschaum geliefert und der Kaffee kam von der Rentenversicherung. Jetzt sind die private und betriebliche Altersversorgung Teil des Kaffees und nicht mehr Teil des Sahneschaums obendrauf.

Quelle: https://www.pfefferminzia.de/altersvorsorge-nach-corona-rentner-sind-die-einzigen-gewinner-der-corona-pandemie/

Niedrigzins in der bAV: Sicherheit gewinnt an Bedeutung

Der Zinsverfall verändert auch die bAV-Welt. Die Suche nach ausreichenden Erträgen beeinflusst die Produktwahl. Welche Rolle Garantien dabei spielen.

Rückblende: Dass Garantien bei der Beurteilung von Betriebsrenten die entscheidende Rolle spielen, stellte eine Umfrage des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA) bereits 2016 fest. Auch damals gab es schon Niedrigzinsen und dennoch erklärten 70 Prozent der Befragten, dass die Garantien in der betrieblichen Altersversorgung so bleiben sollten, wie sie damals waren. Dafür wurde auch in Kauf genommen, dass Renditechancen geringer ausfallen. Das war 2016 – seitdem hat sich einiges getan. Spätestens als einige Pensionskassen in Schieflage gerieten und sich die Warnungen der Deutschen Aktuarvereinigung (DAV) bestätigten, dürfte klar geworden sein, dass zu hohe Garantien letztendlich auch den Anwärtern kaum nutzen.

Doch Altersvorsorge-Produkte ohne jegliche Garantien sind ‚schwer vermittelbar’ – dieses Problem ist generell im Leben-Bereich bekannt. Und immer mehr Anbieter setzen auf alternative Garantiemodelle in der Lebensversicherung. Und bei der Betriebsrente? Rainald Meyer, Vorstandsmitglied des bAV-Beratungsunternehmens Heubeck AG, plädiert für Kompromissmodelle. Im Interview mit Haufe-Online sagte er, dass eine Beitragsgarantie in der bAV mit dem Niedrigzinsniveau nicht mehr vereinbar sei. „Tatsächlich müsste die garantierte Leistung in der bAV auf maximal 50 Prozent der Beiträge abgesenkt werden. Denn nur so können die Produkte auch Anlagen im freien Kapitalmarkt beinhalten und haben damit eine Chance auf ordentliche Rendite. Das wäre der Kompromiss zwischen den klassischen bAV-Produkten mit voller Beitragsgarantie und dem Sozialpartnermodell ohne Garantien“, so Meyer wörtlich.

Sicherheit gewinnt an Bedeutung

Passt das zu den Wünschen der Arbeitnehmer? Auskunft darüber gibt die Studie „Betriebliche Altersversorgung 2020“ von Deloitte. Deren Ergebnissen zufolge hat das Merkmal ‚Sicherheit‘ einen deutlichen Bedeutungszuwachs erlebt. 2019 wurde es mit 36 Prozent auf den ersten Rang gewählt, in 2020 waren es 53 Prozent. Dieser Bedeutungszuwachs könnte eine konkrete Folge der Covid-19-Situation sein, schreibt Deloitte. Auf dem 2. Rang findet sich das Merkmal ‚Garantien‘ (17 %) vor ‚Vertrauen‘ (13 %), ‚Rendite‘ (9%), ‚Einfachheit‘ (4 %) und ‚steuerlichen Vorteilen‘ (4 %). Allerdings ist hierbei anzumerken, dass ‚Sicherheit‘ und ‚Garantie‘ sehr eng miteinander verknüpft sind.

In der Deloitte-Studie wurden die Befragten auch vor die Wahl gestellt, ob sie eine garantierte Rente ohne Chance auf Erhöhung oder eine geringere Garantie mit Chance auf Erhöhung vorzögen. Ergebnis: 59 Prozent der Befragten votierten dafür, statt einer garantierten Rente von 500 Euro pro Monat eine verminderte garantierte Rente von 250 Euro pro Monat mit einer 50-prozentigen Wahrscheinlichkeit auf eine Rente von 750 Euro pro Monat zu erhalten.

Auf eine Garantie gänzlich zu verzichten, um dafür eine 50-prozentige Chance auf 1.000 Euro zu erhalten, zog allerdings nur eine Minderheit von 30 Prozent der Befragten vor. Eine höhere Chancen-Affinität weisen hierbei nur jüngere Arbeitnehmer auf. In dieser Arbeitnehmergruppe würden sich laut Deloitte 64 respektive 41 Prozent für die verringerten Garantien verknüpft mit höheren Chancen entscheiden. Keine wesentlichen Abweichungen vom Durchschnitt sind hingegen für unterschiedliche Geschlechter, Einkommensgruppen und Bildungsabschlüsse festzustellen.

Quelle: https://www.versicherungsbote.de/id/4900620/Niedrigzins-in-der-bAV-Sicherheit-gewinnt-an-Bedeutung/

Risikovorsorge hat wegen Pandemie plötzlich Priorität

Die Corona-Krise hat das Sicherheitsgefühl vieler Bundesbürger in seinen Grundfesten erschüttert, zeigt der jüngste DIA-Deutschland-Trend. Viele wollen künftig mehr Geld auf die hohe Kante legen.

Die Pandemie hinterlässt ihre Spuren – auch im Anlageverhalten der Deutschen. Viele Verbraucher sind verunsichert und scheuen in der aktuellen Krise noch mehr als zuvor jedwedes Wagnis. Gut 60 Prozent gaben in einer aktuellen Umfrage des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA) an, ein höheres Bedürfnis nach Sicherheit zu haben. In der Altersgruppe der Über-60-Jährigen waren es sogar 70 Prozent.

Als Folge aus dem erschütterten Sicherheitsgefühl wollen viele Umfrageteilnehmer stärker vorsorgen. Ganze 46 Prozent erklären, dass sie künftig mehr Geld für Krisen zurücklegen werden. Anlass für das veränderte Sparverhalten sind die finanziellen Belastungen der Pandemiezeit, zum Beispiel durch bereits eingetretene oder befürchtete Verdienstausfälle oder durch die Erfahrung, dass wirtschaftliche Existenzen plötzlich gefährdet sein können.

Die spannendsten Ergebnisse der Online-Befragung im Auftrag des Deutschen Instituts für Altersvorsorge finden Sie in unserer Fotostrecke oben. (fp/mb)

Quelle: https://www.fondsprofessionell.de/news/maerkte/headline/risikovorsorge-hat-wegen-pandemie-ploetzlich-prioritaet-202705/

Grundfähigkeitenversicherung eine echte Alternative zur Berufsunfähigkeitsversicherung

Grundfähigkeitenversicherung: Diese Tarife erhalten Bestnoten

AssekuranZoom hat die Ergebnisse der 3. AssekuranZoom Tarifstudie Grundfähigkeitenversicherung veröffentlicht. Die Experten haben darin die Tarife von mittlerweile 15 führenden Maklerversicherern unter die Lupe genommen. Fünf erhielten dabei die Bestwertung „Exzellent“.

Die Grundfähigkeitenversicherung nimmt in der Kundenberatung als alternatives Vorsorgeinstrument zur Arbeitskraftabsicherung einen immer größeren Stellenwert ein. Mittlerweile fokussieren 20 Gesellschaften diese Tarifwelt in ihrem Leistungsportfolio, um den Vertriebspartnern für die Vorsorgeberatung und den Kunden für die Absicherung der Arbeitskraft alternative Versicherungslösungen anbieten zu können. Dadurch ist laut AssekuranZoom eine komplexe und heterogene Produktlandschaft entstanden, die sich in einigen Fällen intransparent zeige.Anzeige

15 Versicherer unter der Lupe

Vor diesem Hintergrund fasste das unabhängige Beratungsunternehmen bereits in der ersten Fassung der Tarifstudie „Grundfähigkeitenversicherung im Fokus – Tarifstudie 05/2019“ den Kriterienkatalog für die vergleichende Bewertung sehr weit. In der aktuellen, dritten Fassung der Tarifstudie wurde er um neue Tarifmerkmale und -leistungen erweitert. Insgesamt wurden die Tarife von 15 führenden Maklerversicherern verglichen und bewertet. Das Augenmerk lag dabei erneut auf der haftungsrechtlichen Relevanz aus Sicht der Vermittler. Neben den Grundtarifen wurden auch Premiumtarife sowie Optionen und Zusatztarifen für eine Erweiterung des Versicherungsschutzes beleuchtet.

Transparenz und Tarifqualität im Fokus

Die Definition von 20 Teilbereichen mit allen relevanten Leistungsvoraussetzungen und ein Katalog mit über 400 Kriterien bildete die Matrix für eine detaillierte Prüfung, Bewertung und Bepunktung. Die volle Punktzahl der 3. Tarifstudie entspricht erneut einem „fiktiven Premium-Enthaftungstarif“. Hierbei handelt es sich um ein Tarifkonstrukt, das bei allen bewerteten Kriterien aus aktueller Sicht keine Steigerungsmöglichkeit mehr vorsieht. Der „Premium-Enthaftungstarif“ ist als Fiktion zu betrachten, da ein Tarif mit der vollen Punktzahl in einem sehr hohen Prämiensegment angesiedelt und somit unverkäuflich wäre.

Weitreichende Unterschiede

Bereits im Segment der hierarchischen Tarifstrukturen fand AssekuranZoom erneut beratungsrelevante Unterschiede, die vor allem für Versicherungsmakler von größter Bedeutung sind. Auffallend sei, nach welchen Kriterien in kostengünstigeren Tarifen Grundfähigkeiten aus dem Tarif ausgegrenzt werden. Alexander Schrehardt, Geschäftsführer von AssekuranZoom führt dazu aus: „Für die Kundenberatung und die Beratungsdokumentation sind transparente Vertragsgrundlagen eine unabdingbare Voraussetzung. Deshalb flossen erneut verpflichtend einzusetzende Hilfsmittel und ein für die Aufgabenbewältigung definierter Zeitrahmen in die Tarifbewertung mit ein. Daran hat sich gegenüber den ersten beiden Tarifstudien nichts geändert.“

Das sind die Gesamtsieger

Die aktuelle Tarifstudie zeigt erneut sehr kleinteilige und heterogene Leistungsvoraussetzungen in den Versicherungsbedingungen der Produktanbieter. In der Gesamtbewertung sicherten sich die Basler Lebensversicherungs-AG, die Neue Bayerische Beamten Lebensversicherung AG, die Volkswohl Bund Lebensversicherung a.G., die Stuttgarter Lebensversicherung a.G. und die Signal Iduna Lebensversicherung a.G. die besten Bewertungen. Die Spitzenpositionen konnten sich die Gesellschaften mithilfe neu konzipierter Tarife, mit Alleinstellungsmerkmalen, aber auch mit einer kontinuierlichen Pflege von bereits in den Markt eingeführten Tarifen sichern.Anzeige

Drei Qualitätsstufen

Bereits mit der zweiten Ausgabe seiner Tarifstudie hatte AssekuranZoom ein Bewertungscluster eingeführt und die führenden Tarife mit einem Qualitätssiegel ausgezeichnet. Dabei werden drei Qualitätsstufen unterschieden: Exzellent, Top und Best. In der aktuellen Untersuchung wurden die Anbieter wie folgt ausgezeichnet:

Exzellent-Tarif
  • Basler Lebensversicherungs-AG – Tarife GrundfähigkeitenVersicherung Bronze/Silber/Gold
  • Neue Bayerische Beamten Lebensversicherung AG – Tarife Existenz-Plan aktiv/kreativ
  • Volkswohl Bund Lebensversicherung a.G. – Tarif SKV+
  • Stuttgarter Lebensversicherung a.G. – Tarif GrundSchutz+
  • Signal Iduna Lebensversicherung a.G. – Tarife SI WorkLife Komfort/Komfort Plus
Top-Tarif
  • Swiss Life AG – Tarife Vitalschutz Power/Spirit/Complete
  • Nürnberger Lebensversicherung AG – Tarife Grundfähigkeitsversicherung Comfort/Premium
  • Allianz Lebensversicherungs-AG – Tarif KörperSchutzPolice
Best-Tarif
  • R+V Lebensversicherung AG – Tarif R+V Grundfähigkeitsversicherung
  • Gothaer Lebensversicherung AG – Tarif Fähigkeitenschutz
  • Dortmunder Lebensversicherung AG – Tarife Plan D Die 9/Die 12/Die 15
  • Zurich Deutscher Herold Lebensversicherung AG – Tarif Grundfähigkeitenversicherung (mh)

Quelle: https://www.asscompact.de/nachrichten/grundf%C3%A4higkeitenversicherung-diese-tarife-erhalten-bestnoten?page=1&from=2020-07-31%2007%3A45&to=2020-08-03%2007%3A15&pid=522193&source=newsletter&nnid=1685#contentColumn

Was man bei Betriebsrenten wissen muss

15. Juli 2020 Rheinische Post

Betriebsrenten helfen, den Ruhestand finanziell abzusichern. 

Düsseldorf Die gesetzliche Rente allein reicht oft nicht. Ein Teil der Lücke kann über die betriebliche Altersvorsorge geschlossen werden. Beim Sparen hilft nicht nur der Arbeitgeber, sondern auch der Staat.

Von Georg Winters

Die betriebliche Altersversorgung (BAV) gilt neben der gesetzlichen Rente und der privaten Vorsorge als dritte Säule der Alterssicherung. 2019 gab es in Deutschland 16,25 Millionen Verträge dieser Art. Kein Wunder: Bei der betrieblichen Altersversorgung helfen Staat und Unternehmen. Auf BAV-Beiträge bis zu 276 Euro monatlich entfallen keine Sozialversicherungsabgaben, Beitragszahlungen bis 552 Euro pro Monat sind steuerfrei. Grundsätzlich ist es so, dass manche Unternehmen den Aufbau der Betriebsrente vollständig finanzieren, bei anderen gibt es für den Arbeitnehmer einen Anspruch auf die Entgeltumwandlung. Das heißt: Ein Teil seines Bruttolohns wird einbehalten und in einen Vertrag zur betrieblichen Altersvorsorge eingezahlt. Oft beteiligt sich der Arbeitgeber zusätzlich. Bei den Vertragsarten gibt es fünf Formen, über deren Verwendung der Arbeitgeber entscheidet:

Direktversicherung Der Arbeitgeber schließt eineKapitallebens- oder Rentenversicherung für seine Mitarbeiter ab und bestimmtden Anbieter. Er zahlt auch die Beiträge. Die Leistungen bekommt derArbeitnehmer. Im Todesfall geht das Geld wie bei anderen Lebens- oderRentenversicherungen an die Hinterbliebenen.

Pensionskassen funktionieren ähnlich wie Direktversicherungen. Der Unterschied für den Arbeitnehmer: Er kann erst dann Geld bekommen, wenn er nicht mehr arbeitet. Und verlässt er die Firma und zahlt privat weiter ein, entfallen Vorteile bei Steuern und Sozialabgaben.

Pensionsfonds legen anders als Pensionskassen, die meist in Anleihen investieren und auf einen Aktienanteil von höchstens 35 Prozent kommen, das Kapital ihrer Kunden mitunter zu 100 Prozent am Aktienmarkt an. Damit steigen die Renditechancen, aber es steigt auch das Risiko. Der Arbeitgeber haftet jedoch mindestens in Höhe der eingezahlten Beiträge für die Leistungen. Wie bei der Pensionskasse besteht ein Rechtsanspruch auf Übertragung bei einem Arbeitgeberwechsel.

Unterstützungskassen sind eine mit Sondervermögen ausgestattete, rechtlich selbstständige Versorgungseinrichtung, mit mehreren Trägern. In der Wahl der Anlageform sind Unterstützungskassen weitgehend frei.

Direktzusage Der Arbeitgeber verpflichtet sich, dem Arbeitnehmer eine genau definierte Versorgungsleistung zu zahlen, einmalig oder als Rente. Solche Modelle werden bei Führungskräften gewählt. Die Leistungen sind nicht gedeckelt.

Was gilt noch in der betrieblichen Altersvorsorge?

Voraussetzungen Mindestens fünf Jahre muss der Arbeitnehmer im Betrieb und mindestens 25 Jahre alt sein, damit er später eine Betriebsrente bekommen kann.

Tarifregelungen Häufig enthaltenArbeitsverträge oder Betriebsvereinbarungen Regelungen zu den Betriebsrenten.In tarifgebundenen Unternehmen könnte dies auch in einem entsprechendenTarifvertrag geregelt sein. Davonwürde der Frei­betrag von 159,25 Euro abge­zogen. Die Krankenkassenbeiträgewürden also auf eine fiktive Rente von 1507,42 Euro berechnet. Das entsprächeeinem Beitrag von 233,65 Euro statt 258,82 Euro nach der alten Regel.