+++ Aktuelles +++

Sorge vor Altersarmut: Rentenniveau soll auf 44,2 Prozent fallen

Die gesetzliche Rente hinkt in den kommenden Jahren den Löhnen voraussichtlich noch stärker hinterher als bisher angenommen. Für das Jahr 2030 wird laut Rentenversicherung ein Rentenniveau von nur 44,2 Prozent erwartet. Zuletzt lag das Verhältnis vom Durchschnittslohn zur Rente bei gut 48 Prozent.

Mit Anzeichen von Nervosität wird in der Politik diskutiert, wie ein mögliches höheres Rentenniveau bezahlt werden soll.

Der Beitragssatz dürfte laut Alexander Gunkel, Vorstandsvorsitzender der Rentenversicherung, bis 2020 stabil bei 18,7 Prozent bleiben und dann bis auf 21,9 zehn Jahre später steigen.

Rufe nach einer neuen großen Rentenreform werden derzeit vor allem mit dem Verfall des Rentenniveaus begründet. So forderte SPD-Chef Sigmar Gabriel, die Renten dürften sich nicht zu stark vom Einkommen abkoppeln. CSU-Chef Horst Seehofer hatte gewarnt, dass die Kürzung des Rentenniveaus die Hälfte der Bevölkerung in die Sozialhilfe führe.

Rentenniveau darf nach bisherigen Plänen auf 43 Prozent absinken

Bis 2030 ist nach derzeitiger Rechtslage ein Absinken des Niveaus auf 43 Prozent erlaubt. Laut jüngstem Rentenbericht ist bis 2029 ein Niveau von 44,6 Prozent zu erwarten. Gunkel hatte es vor einem halben Jahr noch auf 44,3 Prozent für 2030 taxiert.

Mit Anzeichen von Nervosität wird in der Politik diskutiert, wie ein mögliches höheres Rentenniveau bezahlt werden soll. Der Präsident der Rentenversicherung, Axel Reimann, rechnete nun für das Jahr 2030 vor: “Ein um einen Prozentpunkt höheres Rentenniveau bedingt eine Erhöhung des Beitragssatzes um einen halben Prozentpunkt.”

Steigender Anteil der Grundsicherungsbezieher unter älteren Menschen

Reimann machte auf Probleme aufmerksam: So sei der Anteil der Grundsicherungsbezieher unter den älteren Menschen auf drei Prozent gestiegen. Betriebliche und private Vorsorge seien wegen der niedrigen Zinsen unter Druck. Die von der Koalition geplante Lebensleistungsrente – also die Aufwertung kleiner Renten – werde Altersarmut kaum “entscheidend verringern”.

Zum 1. Juli profitieren die rund 20 Millionen Rentner zunächst von der höchsten Rentenerhöhung seit 23 Jahren, wie Gunkel auf einer Bundesvertreterversammlung bekräftigte. Die Steigerung um 4,25 Prozent im Westen und 5,95 Prozent im Osten koste im zweiten Halbjahr rund 6,2 Milliarden Euro.

Künftige Rentenerhöhungen dürften weit geringer ausfallen

Rechnet man die derzeit geringen Preissteigerungen mit ein, ist es sogar die höchste reale Rentenerhöhung seit 1977 – also seit fast 40 Jahren. Die Westrenten steigen preisbereinigt um über 3 Prozent. Der Abstand der Standardrente Ost zur Westrente verringert sich weiter – von 7,4 Prozent im zweiten Halbjahr 2015 auf 5,9 Prozent. Künftige Rentenerhöhungen dürften weit geringer ausfallen.

Die Nachhaltigkeitsrücklage werde voraussichtlich bis Ende des Jahres um rund 3,3 Milliarden Euro sinken, so Gunkel. Sie werde dann bei 30,7 Milliarden Euro liegen. Danach werde sich der Abbau der Rücklage beschleunigen – zu Buche schlügen die Mütterrente und die abschlagsfreie Rente mit 63 sowie die steigende Rentnerzahl.

Grünen-Rentenexperte beklagt “freien Fall des Rentenniveaus”

Die Präsidentin des Sozialverbands VdK, Ulrike Mascher, forderte: “Das allgemeine Rentenniveau muss mindestens auf dem heutigen Stand stabilisiert werden und darf nicht weiter absinken.” Der Grünen-Rentenexperte Markus Kurth sprach von einem “freien Fall des Rentenniveaus”. Die neuen Zahlen zeigten, “dass die Entwicklung sogar noch schlimmer ausfällt als bisher angenommen”.

Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) ist dagegen weiter für ein Maßhalten bei der Rente und gegen ein höheres Rentenniveau, berichtete die “WirtschaftsWoche” unter Berufung auf ein ZDH-Positionspapier. (dpa-AFX)

Quelle: http://www.cash-online.de/versicherungen/2016/sorge-vor-altersarmut-rentenniveau-soll-auf-44-2-prozent-fallen/327476

BU-Markt in Bewegung

Die Berufsunfähigkeits(BU)-Versicherung ist der beste Schutz vor den finanziellen Folgen des Arbeitskraftverlusts. Das ist den meisten Vermittlern und Maklern klar. Gerade deswegen buhlen immer mehr Versicherer in Deutschland hier um die Gunst der Berater und Kunden. Wie sich dabei einzelne Anbieter unterscheiden, offenbart sich oft erst durch einen tieferen Blick hinter die Kulissen: durch Bedingungsvergleiche sowie das Prüfen der Arbeitsweise und finanziellen Ausstattung eines Unternehmens. Die NÜRNBERGER Versicherung bietet hilfreiche Tipps zur Wahl der richtigen Absicherung.

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Tarife mit Mehrleistungen und starken Bedingungen

Zunehmend gefragt sind derzeit BU-Policen mit Mehrleistungen. Sie können z. B. eine erhöhte Rentenzahlung beinhalten, wenn der Kunde pflegebedürftig geworden ist. Der Pflegesatz wird dann im Regelfall lebenslang gezahlt. Es sind aber auch häufig Leistungen bei zeitweiser Arbeitsunfähigkeit in solchen Policen integriert – eine deutliche Verbesserung, da nicht jede Arbeitsunfähigkeit zwingend zu einer Berufsunfähigkeit führt. Selbst wenn der BU-Grad weniger als 50 % beträgt, wird bei diesen Premium-Tarifen eine Leistung fällig. Dabei sollte jedoch beachtet werden, dass möglichst 100 % der vorgesehenen BU-Leistungen versichert sind.

Wichtig sind zudem starke Bedingungen. Ob es sich hierbei um die Möglichkeit einer Vertragsanpassung ohne erneute Gesundheitsprüfung oder um Details im Leistungsfall handelt – beides ist für die Qualität einer BU von Bedeutung. Ist beispielsweise bei einem Verkehrsunfall nur Fahrlässigkeit oder auch grobe Fahrlässigkeit mitversichert?

Um diese wesentlichen Unterschiede leicht und zweifellos erkennen zu können, hat die NÜRNBERGER ihr bestehendes Top-Bedingungswerk um wertvolle Leistungsverbesserungen erweitert und textlich komplett überarbeitet.

Der Preis allein ist nicht als ausschließliches Unterscheidungsmerkmal geeignet, denn Mehrwerte durch Leistungen und Qualität sind bereits in der Prämie berücksichtigt.

Alternativen zur BU-Versicherung

Ein weiterer Markttrend sind „Alternativprodukte“ zur BU-Versicherung. Besonders dynamisch entwickelt sich die Grundunfähigkeitspolice. Sie variiert deutlich zur BU-Versicherung: Während diese einen Bezug zum Arbeitsmarkt hat, fehlt der bei der Grundunfähigkeitsversicherung. Dort wird die vereinbarte Rente gezahlt, wenn der Kunde eine der versicherten Grundfähigkeiten verliert, egal ob der Beruf danach noch ausgeübt werden kann oder nicht.

Sie ist dadurch eine interessante Alternativen für all jene, die sich keine BU-Versicherung in ausreichender Höhe leisten können oder wollen. Die BU-Versicherung ist und bleibt jedoch die beste Absicherung für das Risiko, krankheits- oder verletzungsbedingt vorzeitig aus dem Berufsleben auszuscheiden.


Der richtige Anbieter

Die Wahl des passenden Tarifs ist nicht einfach, die des richtigen Anbieters ebenfalls nicht. Langjährige Erfahrung in der Leistungsregulierung sowie ein großer Bestand im BU-Geschäft sind Indikatoren für die langfristige Qualität einer Gesellschaft. Denn sie sind Voraussetzung für ihre dauerhafte Beständigkeit und eine nachhaltige Tarifkalkulation. Nur durch kontinuierliches Controlling ist die Stabilität des Bestands und der Überschussbeteiligung bei Qualitätsversicherern gewährleistet. Die NÜRNBERGER führt derzeit über 1,1 Mio. BU-Verträge und versorgt daraus über 11.600 Leistungsempfänger. Damit zählt sie zu den 3 größten BU-Versicherern in Deutschland.

Dabei ist die Güte der Antragsbearbeitung und der Leistungsregulierung ein sehr wichtiges Unterscheidungsmerkmal. Neben den Bearbeitungsdauern und der Verlässlichkeit bei der Risikoprüfung sind ebenso die Unterstützungsmaßnahmen beim Anmelden der BU-Leistung ausschlaggebend. Sie helfen nicht nur dem Kunden, sondern auch dem Vermittler bei der Betreuung seines Kunden. Dabei bieten einige Gesellschaften vor Ort oder online Hilfe an. Als der größte Auftraggeber der Reha Assist Deutschland GmbH begleitet die NÜRNBERGER ihre Kunden auf Wunsch auch bei der Rückkehr ins Arbeitsleben – ob durch umfangreiche Reha-Maßnahmen, Bewerbungstraining oder bei der Finanzierung während einer erforderlichen Umorganisation.
Fazit

Auf der Suche nach einem geeigneten Anbieter sollte der Vermittler auf folgende Punkte besonderen Wert legen: bedarfsgerechte und nachhaltig kalkulierte BU-Tarife, langjährige Erfahrung in der Annahme und in der Leistung, Verwaltung und Regulierung von BU-Verträgen sowie eine professionelle und unkomplizierte Leistungsfallbearbeitung.

Mit über 130-jähriger Erfahrung und einem starken Tarifangebot bietet die NÜRNBERGER für jeden Kunden einfach den passenden Schutz.

Quelle: http://www.procontra-online.de/artikel/date/2017/06/bu-markt-in-bewegung/

Steuerzuschuss bald bei 100 Milliarden Euro – Jeden dritten Renten-Euro zahlt der Steuerzahler

Ohne Steuerzuschüsse sind die Renten der Deutschen längst nicht mehr zu bezahlen. Bereits ein Drittel der gesetzlichen Rente trägt der Steuerzahler – und dessen Belastung wird laut eines Presseberichts weiter steigen. Das gelte selbst dann, wenn nach der Bundestagswahl keine neue Rentenreform mit höheren Leistungen für Senioren beschlossen werden sollte. Hier geht es zu den Hintergründen.

Die in diesem Jahr fälligen 91 Milliarden Euro an Steuergeldern, die in den Topf der gesetzlichen Rentenversicherung fließen, machen bereits mehr als ein Drittel der Rentenausgaben von heute rund 250 Milliarden Euro aus – und der Bedarf steigt weiter. Spätestens im Jahr 2020 dürfte der Steuerzuschuss erstmals 100 Milliarden Euro betragen und im Jahr 2021 bereits bei 103,5 Milliarden Euro liegen, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung unter Berufung auf die Finanzplanung der Bundesregierung von März 2017 berichtet.

Sollte es zur Einführung eines „Demographiezuschusses“ kommen, den die SPD in ihrem Rentenkonzept vorsieht, dürfte sich die Abgabenlast für die Steuerzahler zusätzlich erhöhen. Der Zuschuss soll von 2028 an fließen, um den Anstieg der Beitragssätze zu dämpfen. Zunächst sind dafür rund 15 Milliarden Euro vorgesehen. Weitere Mittel würden für die Einführung einer „Solidarrente“ benötigt, die Geringverdienern zugutekommen soll (wir berichteten).

Aus der CDU komme deshalb „scharfe Kritik an den SPD-Plänen“, schreibt die Zeitung, sowie die Forderung, den Bundeszuschuss insgesamt stärker zu begrenzen. „Eine Rentenreform, die den Namen wirklich verdient, muss dazu führen, dass dieser Zuschuss wieder sinkt“, kritisierte der Vizechef der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Michael Fuchs das Rentenkonzept der SPD. „Alles andere wäre eine Mogelpackung, bei der die Steuerzahler am Ende die Zeche zahlen.“

Bundeszuschüsse steigen auch ohne Reformen weiter

Dass die Bundeszuschüsse aber auch ohne Reformen weiter steigen, liege an den gesetzlichen Anpassungsregeln, berichtet die FAZ weiter. Die Beträge sind demnach teils an die Entwicklung der Bruttolöhne und des Rentenbeitragssatzes gekoppelt, die beide auf Dauer steigen würden – der Beitragssatz spätestens von 2022 an. Teils folge die Höhe der Zuschüsse auch dem Mehrwertsteueraufkommen, das bei normaler Konjunkturlage verlässlich wachse, wie es heißt.

 

Quelle: https://www.pfefferminzia.de/steuerzuschuss-bald-bei-100-milliarden-euro-jeden-dritten-renteneuro-zahlt-der-steuerzahler/

 

Die Deutschen haben vielerlei “Vorsorgelücken”

21.6.2017 – Die Deutschen sparen derzeit lieber für den Urlaub als für die Altersvorsorge. Als Eltern sorgen sie zu wenig finanziell für ihre Kinder vor. Sehr viele wissen auch nicht, wie man in der aktuellen Zinssituation überhaupt richtig vorsorgt, und konsumieren deshalb lieber. Dabei hängt auch die Möglichkeit, „aktiv zu altern“, nicht zuletzt von der Einkommenshöhe in der Rentenphase ab – wobei sich dadurch zugleich die Nachfragestrukturen verändern. Große „Alters-Vorsorgelücken“ zeigen sich ebenso mit Blick auf sportliche Aktivitäten. Das alles geht aus einer Reihe von Studien hervor, die in jüngster Zeit veröffentlicht wurden.

43 Prozent der Bundesbürger haben für ihren jüngsten Haupturlaub mehr als 1.000 Euro pro Person ausgegeben. Das hat das Marktforschungsinstitut Forsa Gesellschaft für Sozialforschung und statistische Analysen mbH im Auftrag der Union Asset Management Holding AG für deren quartalsweise erscheinendes „Anlegerbarometer“ herausgefunden. Befragt wurden dafür im Mai 500 Finanzentscheider in privaten Haushalten.

Für alle im vergangenen Jahr gemachten Urlaubsreisen zusammen haben deutsche Haushalte im Durchschnitt danach sogar 4.307 Euro aufgewandt, wobei sich 26 Prozent der Befragten die Haupt-Reisen zwischen 501 und 1.500 Euro kosten ließen und ein Zehntel mehr als 5.000 Euro. „Auf Pump“ vereisen sie aber nicht.

Urlaub „auf Pump“ geht gar nicht

Nur jeder 33. würde sich dafür nach eigenen Angaben Geld von der Bank leihen. Vielmehr spart – zumindest für größere Reisen – fast jeder zweite Deutsche gezielt an. Und fast jeder Vierte legt monatlich Geld für den Urlaub auch dann zurück, wenn es noch keine konkreten Reisepläne gibt.

Vor die Wahl gestellt, sich zwischen Urlaub und privater Altersvorsorge zu entscheiden, entscheiden sich derzeit laut Forsa-Umfrage 57 Prozent für das Reisen. Und dies, obwohl 69 Prozent von ihnen zugleich davon ausgehen, dass die gesetzliche Rente künftig zur Sicherung ihres gegenwärtigen Lebensstandards nicht ausreichen wird.

Die Diskrepanz zwischen Erkenntnis und Handeln

Eine ähnliche Diskrepanz zwischen dem Bewusstsein, eigentlich vorsorgen zu müssen und dem tatsächlichen Handeln, hat die Yougov Deutschland GmbH bei einer ebenfalls im Mai durchgeführten Umfrage im Auftrag der Swiss Life Deutschland festgestellt. Dabei ging es um die finanzielle Vorsorge für die eigenen Kinder.

Jede dritte der 2.069 befragten Personen gab an, dass ihr bisheriges Engagement in dieser Hinsicht nicht ausreichend ist. Rund 60 Prozent der Eltern bekannten, dass sie für ihren Nachwuchs finanziell überhaupt nicht vorsorgen.

Finanzielle Kinder-Vorsorge scheitert oft am verfügbaren Einkommen

40 Prozent davon sagen, dass sie sich das finanziell derzeit ganz einfach nicht leisten können. 28 Prozent erklären jedoch auch frank und frei, dass sie dafür gar keinen Grund erkennen können.

Bei denen, die vorsorgen, geht auch hier ganz klassisch Sicherheit vor Flexibilität und Rendite. Ihre beliebteste Geldanlage ist daher nach wie vor das Sparbuch, wie fast vier von zehn Befragten angaben. Dahinter folgen mit einem Anteil von knapp über beziehungsweise unter einem Viertel Immobilien sowie Lebens- und Rentenversicherungen.

Das Wissensproblem bei der Geldanlage

Die Rendite ist nur für rund jedes zwölfte Elternpaar entscheidend. An mangelndem Wissen oder zu wenig Zeit für die Beschäftigung mit der Materie liegt es nach eigener Einschätzung der Befragten jedoch nicht, dass sie sich so entscheiden, denn dies nennen nur drei beziehungsweise zwei Prozent als Hinderungsgrund.

Diese Selbsteinschätzung könnte nach dem „Income-Barometer“, den die Gesellschaft für Konsumforschung SE (GfK) in unregelmäßigen Abständen im Auftrag der J. P Asset Management erstellt, jedoch falsch sein. Rational lasse sich schließlich nicht begründen, dass 78 Prozent mit dem Ertrag ihrer Sparprodukte unzufrieden sind, aber trotzdem ihr Anlageverhalten nicht verändern.

Der Wunsch nach „Sicherheit“ dominiert alles

Drei Viertel der Bundesbürger gehen danach zwar davon aus, dass die Zinsen noch längerfristig niedrig bleiben. 74 Prozent schätzen sich aber zugleich selbst als „sicherheitsorientiert“ oder sogar „sehr sicherheitsorientiert“ ein, denen es vor allem wichtig ist, ihr Kapital zu erhalten.

Nur 14 Prozent trauen sich zu, zu Gunsten von mehr Rendite die Risiken des Kapitalmarkts einzugehen. 35 Prozent haben Angst vor Schwankungen und Verlusten, und 17 Prozent sind die Kosten dieser Form der Kapitalanlage zu hoch.

Das alles liegt nach Einschätzung der Studienautoren „schlicht und ergreifend daran, dass mehr als die Hälfte der Deutschen das Thema einfach nicht versteht“ und vor allem deshalb derzeit knapp die Hälfte der Befragten größere Konsum-Anschaffungen einer Geldanlage vorzieht. Es bestehe daher nach wie vor Nachholbedarf bezüglich des Kapitalmarktwissens für die deutschen Privatanleger.

So wüssten beispielsweise 57 Prozent der 1.828 im zweiten Quartal 2017 Befragten nicht einmal, dass auch Aktien und Anleihen regelmäßige Erträge erbringen. Genau auf die legen 29 Prozent von ihnen jedoch hohen Wert.

Manchmal ist auch der „innere Schweinehund“ im Spiel

Nicht mangelndes Wissen, sondern schlicht der „innere Schweinehund“ ist der Grund, dass es bei einer anderen Art der „Alters-Vorsorge“ ebenfalls erhebliche Defizite gibt. Das hat eine online-repräsentative Umfrage ergeben, die gemeinsam von der deutschen Niederlassung der Canada Life Assurance Europe plc und dem Meinungsforschungs-Institut Toluna GmbH durchgeführt wurde.

Dabei wurden insgesamt 1.000 Verbraucher zwischen 40 und 55 Jahren nach ihren wöchentlichen Trainingsgewohnheiten, ihren Motivationsfaktoren und nach den Hinderungsgründen befragt. Ergebnis ist, dass es bei den künftigen Rentnern zwar durchaus ein ausgeprägtes Gesundheitsbewusstsein gibt, aber bei der praktischen Umsetzung „noch Luft nach oben“.

Den WHO-Richtwert für die sportliche Betätigung schaffen nur wenige

Den Richtwert der Weltgesundheits-Organisation WHO von 150 Minuten Sport je Woche erreichen nach eigenem Bekunden nämlich nur 15 Prozent der Befragten mehr oder weniger. 17 Prozent schaffen weniger als eine Stunde, und etwa ebenso viele machen gar keinen Sport – aber immerhin sind zehn Prozent auch mehr als fünf Stunden pro Woche sportlich aktiv.

Als wichtigsten Hinderungsgrund für regelmäßige sportliche Aktivitäten benennen 41 Prozent ihren „inneren Schweinehund“. 33 Prozent geben an, dass ihnen im Alltag einfach die dafür notwendige Zeit fehlt, und 30 Prozent führen gesundheitliche Beeinträchtigungen an.

Die wichtigste Motivation, sich sportlich zu betätigen, ist für 53 Prozent die langfristige gesundheitsfördernde Wirkung. Mit 37 Prozent der Nennungen folgen das eigene Wohlbefinden und mit 31 Prozent das Naturerlebnis.

Auch „Aktives Altern“ ist stark einkommensabhängig

Nicht mit der Vorbereitung auf den Rentner-Status, sondern mit den Realitäten des Ruhestands hat sich eine Studie des Deutschen Instituts für Altersvorsorge GmbH (DIA) befasst. In der geht es darum, wie der zunehmende Trend zum Lebensentwurf des „aktiven Alterns“ den Bedarf an Produkten und Dienstleistungen verändert – und wer sich den eigentlich leistet und tatsächlich leisten kann.

Zur letzteren Gruppe gehören Menschen ab 60 Jahren laut Studienergebnissen vor allem dann, wenn sie im Durchschnitt ein monatliches Nettoäquivalenz-Einkommen von mindestens 2.923 Euro haben. Die im Alter weniger Aktiven verfügen mit 1.677 Euro nur über rund die Hälfte davon.

Eine „Lebensphilosophie“ will auch finanziert werden

Die stärkere Fokussierung auf die einkommensstärkste Gruppe wird in der Studie auch darauf zurückgeführt, dass mit den Unterschieden beim Einkommensstatus oft zugleich andere „Lebensphilosophien“ einhergehen. Die Dominanz der für ein „aktives Altern“ notwendigen Finanzkraft signalisieren den Angaben zufolge auch die Konsumausgaben je Quartal.

Die liegen bei denen, die diesen Lebensentwurf im Alter besonders intensiv verfolgen, bei 11.189 Euro. Jene, die ihn nur in ganz geringem Maße pflegen (können), geben nur 5.769 Euro pro Quartal aus.

Die Nachfrage verändert sich strukturell

Dabei ändert sich am Grundbedarf an Produkten und Dienstleistungen wie wohnungsnahe Einkaufsmöglichkeiten sowie gesundheitliche Versorgung oder gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr durch den Trend zum aktiven Altern nur wenig. Erhebliche Veränderungen wird es laut Studie jedoch beispielsweise bei der Nachfrage nach Fort- und Weiterbildung geben.

Gleiches gelte mit Blick auf den Bedarf an kulturellen Veranstaltungen sowie Möglichkeiten, auch außerhalb von Vereinen und ohne Leistungsdruck sportlichen Betätigungen nachzugehen. Und ebenso hinsichtlich der Erwartungen zur Versorgung im Pflegefall.

Ein Anlass für grundsätzliches Nachdenken

Hier verortet die Studie „Generation 55plus: Lebensqualität und Zukunftsplanung“, die im Auftrag des DIA von der AGP Sozialforschung und vom Freiburger Institut für angewandte Sozialwissenschaft erstellt wurde, besonders deutliche Präferenzveränderungen. Dies vor allem hinsichtlich der Bereitstellung von wohngruppenähnlichen Einrichtungen als Alternative zur Pflege in Heimen und durch Familienangehörige.

Diese zu erwartenden Entwicklungen sollten nach Einschätzung der Studienautoren Anlass sein, ganz grundsätzlich über neue Dienstleistungen und Vorsorgeprodukte nachzudenken. Das nicht zuletzt deshalb, weil einer immer größeren Zahl älterer Menschen ein schrumpfendes Potenzial unterstützender Angehörigen-Netzwerke gegenüberstehe.

Die 400-Billionen-Dollar-Zeitbombe

Der Fortschritt führt dazu, dass Menschen länger leben werden. Diese gute Nachricht hat jedoch auch eine Kehrseite: Die Rentensysteme in vielen Ländern sind für eine ständig länger lebende Bevölkerung nicht ausgelegt.

Seit Mitte des vergangenen Jahrhunderts steigt die Lebenserwartung ständig: Während 1947 Geborene eine Lebenserwartung von bis zu 85 Jahren haben, werden Menschen, die im Jahr 2007 das Licht der Welt erblicken, zumindest die Gesunden in den entwickelten Ländern erst mit 103 sterben. Sie leben 18 Jahre länger und müssen damit auch wesentlich länger vom System versorgt werden.

Das World Economic Forum hat in einer Studie untersucht, wie sich die längere Lebenserwartung auf die Rentenkassen auswirkt. Dabei haben die Wissenschaftler gleich mehrere Faktoren ausgemacht, die die zukünftige Altersversorgung vor Probleme stellen:

  • Der wachsenden Lebenserwartung stehen sinkende Geburtenraten in den entwickelten Ländern gegenüber: Die Bevölkerung der über 65-jährigen wird von heute 600 Millionen bis 2050 auf 2,1 Milliarden anwachsen. Während heute acht Werktätige auf einen Rentner kommen, werden es dann nur vier sein.

  • Die Hälfte der Menschheit hat keinen Zugang zu betrieblicher Altersversorgung, da sie nicht in einem gesicherten Arbeitsverhältnis angestellt ist.

  • Die Anlagerenditen befinden sich unterhalb des historischen Durchschnitts: Aktien rentieren derzeit bei drei bis fünf Prozent, Anleihen bei nur ein bis drei Prozent. Durch die hohen Kosten für Investments werden Gewinne zusätzlich geschmälert.

  • Die Sparquote ist der verlängerten Lebenserwartung nicht angemessen, was die Rentensysteme zusätzlich belastet.

Die Forscher vom WEF haben auf der Basis der heute bereits bestehenden Versorgungslücke von rund 70 Billionen USD die Situation im Jahr 2050 extrapoliert. Ihr Resumée ist alles andere als beruhigend: Die Unterfinanzierung der Rentensysteme wächst mit einer Jahresrate von fünf Prozent und summiert sich bis 2050 auf rund 400 Billionen USD.

Dabei bestehen drei Viertel des heute schon vorhandenen Finanzierungsdefizits aus fehlenden staatlichen Zuschüssen, so das WEF. Ein Viertel jedoch ist auf mangelnde Eigenbeteiligung zurückzuführen, und hier seien es vor allem Menschen mit geringerem Einkommen, die aufgrund mangelnder Bildung in Geldangelegenheiten das Problem teilweise noch gar nicht erfasst hätten. Das WEF rechnet vor, dass zwischen 10 und 15 Prozent des Jahreseinkommens für die Altersvorsorge zurückgelegt werden müssten. Die Sparquoten in den meisten Ländern seien heute aber wesentlich geringer.

Um dem drohenden Kollaps der Rentensysteme vorzubeugen, empfiehlt das WEF mehrere Maßnahmen, die die Staaten möglichst bald in Angriff nehmen sollten:

  • Eine Überprüfung des Renteneintrittsalters

  • Die Bereitstellung von klaren Informationen und Daten über das nationale Rentensystem einschließlich der Höhe der zu erwartenden Versorgung für den Einzelnen

  • Bildungsförderung in Finanzangelegenheiten, die schon in der Schule ansetzt und vor allem die am meisten betroffenen bevölkerungsgruppen adressiert

Michael Drexler, Vorstand beim WEF, vergleicht den drohenden Kollaps der Altersvorsorge mit dem Klimawandel: “Wie beim Klimawandel sind die Konsequenzen heute noch nicht sichtbar. Aber wenn wir heute nichts unternehmen, häufen die Probleme sich auf und dann können wir nicht mehr eingreifen.”

Quelle: http://www.fundresearch.de/Nachrichten/Top-Themen/Die-400-Billionen-Dollar-Zeitbombe.html

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Quelle: http://www.kaeuferportal.de/

Betrieblicher Altersversorgung: Kein Ausschluss von Minijobbern

!!! Auch geringfügig Beschäftigte können per Entgeltumwandlung betrieblich fürs Alter vorsorgen. Eine Nutzung dieser Möglichkeit kann nicht nur im Interesse der Betroffenen sein, sondern auch im Interesse der Arbeitgeber. Denn so ist mehr Flexibilität im Einsatz der Jobber möglich. Die Entgeltumwandlung ist bis zur Höhe von maximal 4 % der aktuell geltenden Beitragsbemessungsgrenze (West) der gesetzlichen Rentenversicherung möglich. Diese liegt derzeit (2017) bei monatlich 6.350,00 €. 4 % davon sind 254,00 €. Bis zu diesem Höchstbetrag können auch Minijobber ihr Gehalt in Altersvorsorge umwandeln. Unterm Strich kann das reguläre Gehalt – vor Entgeltumwandlung – monatlich bis zu 704,00 € betragen, ohne dass Sozialversicherungspflicht eintritt (außer bei der Rentenversicherung).!!!

04.05.2017 - Die Hälfte der Minijobber erhält noch nicht einmal den Mindestlohn – diese offenkundige Diskriminierung von Minijobbern war Anfang 2017 ein großes Thema und wurde – zu Recht – insbesondere von den Gewerkschaften angeprangert. Verwunderlich ist allerdings, dass sozusagen im eigenen Laden bei den Gewerkschaften eine ganz ähnliche Diskriminierung für rechtens empfunden wird.

Denn eine Gesamtbetriebsvereinbarung von ver.di sieht den Ausschluss von Minijobbern von der betrieblichen Altersversorgung vor. Das hielt das Landesarbeitsgericht (LAG) München in einem Urteil nun für rechtswidrig (Az. 10 Sa 544/15). Bemerkenswert ist, dass ver.di hiergegen Revision beim Bundesarbeitsgericht eingelegt hat (Az. 3 AZR 83/16).

Verhandelt wurde über den Fall einer Arbeitnehmerin, die (unter Berücksichtigung der Beschäftigungszeiten bei einer Vorgängerorganisation der Gewerkschaft) seit November 1991 bei der Vereinigten Dienstleistungsgewerkschaft/ver.di tätig war. Seit März 2004 als geringfügig Beschäftigte. Ver.di gewährt den Mitarbeitern eine Betriebsrente. Allerdings schließt die Versorgungsordnung geringfügig Beschäftigte aus. Dagegen klagte die Mitarbeiterin.

Das Landesarbeitsgericht verpflichtete nun ver.di zur Anmeldung der Minijobberin zum Versorgungswerk. Das Gericht fand, dass der Ausschluss von Minijobbern bis Ende März 1999 vermutlich rechtens gewesen sei, da Minijobber damals von der Rentenversicherungspflicht ausgeschlossen gewesen seien. Dies habe sich seitdem geändert. Seit 2013 sind Minijobber sogar im Grundsatz rentenversicherungspflichtig (können diese Pflicht allerdings abwählen). Daher gebe es nun keinen sachlichen Grund mehr für die Differenzierung zwischen geringfügig Beschäftigten und anderen Teil- bzw. Vollzeitbeschäftigten. Mithin verstoße der Ausschluss von Minijobbern gegen das im Teilzeit- und Befristungsgesetz verankerte Diskriminierungsverbot von Teilzeitlern.

Das LAG bezog sich auch ausdrücklich auf die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs (EuGH, 9.9.1999, Az. C-281/97). Danach müssen geringfügig Beschäftigte grundsätzlich gleiches Entgelt wie andere Beschäftigte erhalten. Das Gericht sah auch keinen Grund, Minijobber, die nicht der Rentenversicherungspflicht unterliegen, von der Betriebsrente auszuschließen. Bei diesen sei der Versorgungsbedarf sogar eher höher als bei anderen Arbeitnehmern.

Quelle: https://www.geldtipps.de/rente-pension-altersvorsorge/betriebliche-altersversorgung/betrieblicher-altersversorgung-kein-ausschluss-von-minijobbern

bAV-Kompetenz-Rating 2016: Das Institut für Vorsorge und Finanzplanung hat erneut die bAV-Kompetenz der deutschen Versicherer ausführlich untersucht

In diesem in seiner Art in Deutschland einzigartigen Rating hat das Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP) 29 Teilnehmer anhand von 87 Einzelkriterien geprüft und bewertet. Das Rating, das vom bAV-Experten Prof. Dr. Thomas Dommermuth im Jahr 2010 konzipiert und seitdem stetig weiterentwickelt worden ist, fand auch dieses Jahr bereits im Vorfeld große Resonanz.

Es handelt sich beim bAV-Kompetenz-Rating um eine interaktive Analyse bei der nicht-öffentliche, sensible Daten direkt von den Gesellschaften an das IVFP geliefert werden, um eine adäquate Bewertung vornehmen zu können. Auch im Jahr 2016 wurden die Gesellschaften in vier unabhängigen Teilbereichen bewertet. In die Gesamtbewertung fließen die Bereiche wie folgt ein: Beratung und Haftung mit jeweils 30 Prozent sowie Service und Verwaltung mit einer Gewichtung von jeweils 20 Prozent.

Den hohen Stellenwert im Markt, zeigt nicht nur die Tatsache, dass auch in diesem Jahr die Teilnehmeranzahl nochmals gesteigert werden konnte, sondern v.a. die Ernsthaftigkeit und die Konsequenz, mit der die Gesellschaften die Verbesserungsvorschläge, die das IVFP in den vorangegangen Ratings ausgesprochen hat, umgesetzt haben. So überrascht es nach Aussage von Prof. Dr. Thomas Dommermuth, Vorsitzender des fachlichen Beirats des IVFP, nicht, dass insgesamt 9 Teilnehmer mit der Bestnote „Exzellent“ ausgezeichnet worden sind.

Auch in diesem Rating wurden wiederum die bereits in der Vergangenheit geprüften Themenfelder bzw. Fragestellungen begutachtet. Weiterhin wurden aktuelle Fragestellungen, die sich aus gegenwärtigen Entwicklungen in der bAV bzw. Gesetzesänderungen ergeben haben, näher geprüft. Ein Beispiel dafür ist etwa, ob die Anbieter die Kunden aktiv darauf hinweisen, dass Leistungen aus einer bAV auf die Höhe der Grundsicherung angerechnet werden können.

Welche Gesellschaften bieten die beste bAV-Kompetenz

„Kompetenz“ sollte nicht auf eine einzelne Stelle hinter dem Komma heruntergebrochen werden – teilweise würden hier Rangfolgen entstehen, bei denen sich Anbieter nur in Nuancen unterscheiden. Nachfolgende Tabelle (siehe unten) zeigt die 20 besten Anbieter insgesamt in alphabetischer Reihenfolge.

Weitere Informationen gibt es unter www.ivfp.de.

Pressekontakt:

Herr Goedeckemeyer Georg
Tel: 09602 / 944 928 0
Fax: 09602 / 944 928 10
E-Mail: presse@vorsorge-finanzplanung.de

Institut für Vorsorge und Finanzplanung GmbH
Auf der Haide 1
92665 Altenstadt / WN
www.ivfp.de

Das Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP) ist eine unabhängige und inhabergeführte Gesellschaft. Im Jahr 2001 gegründet und mit Hauptsitz in Altenstadt/WN steht es unter der fachlichen Leitung von Prof. Michael Hauer, Frank Nobis und Prof. Dr. Thomas Dommermuth. Es vergleicht und bewertet Produkte sowie Beratungsprozesse, bietet Finanzdienstleistern fachliche und strategische Beratung sowie eine Vielzahl an Softwarelösungen und Weiterbildungsmaßnahmen. Damit will das IVFP dazu beitragen, Vorsorge transparenter und verständlicher zu machen. Das IVFP-Team liefert bedarfsgerechte Lösungen für Marketing, Produktentwicklung, Vertrieb und Beratung. Zu seinen Kunden zählen zahlreiche namhafte Unternehmen wie AachenMünchener, Allianz, Alte Leipziger, AXA, Canada Life, Commerzbank, Concordia, Fidelity, HDI, LBS, neue leben, Postbank, Sparkassen Finanzgruppe, Standard Life, Die Stuttgarter, SwissLife, Union Investment, Versicherungskammer Bayern, Zurich u.v.a.

Mehrheit für Erhalt der bAV Garantien

Die Garantien, die Arbeitgeber im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung ihren Beschäftigten aussprechen, spielen für die überwiegende Mehrheit der Arbeitnehmer eine erhebliche Rolle bei der Beurteilung der Betriebsrente.

(fw/rm) Das ergab die jüngste Umfrage im Rahmen des DIA-Deutschland-Trend Vorsorge, den das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA) viermal im Jahr gemeinsam mit dem Kölner Marktforschungsunternehmen YouGov erhebt. So erklärten 70 Prozent der Befragten, die Garantien in der betrieblichen Altersversorgung sollten so bleiben, wie sie derzeit sind. Dafür wird auch in Kauf genommen, dass die Renditechancen bei der Anlage der Gelder für die künftigen Betriebsrenten geringer ausfallen.

Dementsprechend ist die Bereitschaft, zugunsten einer möglichen höheren Renditeerwartung zumindest auf einen Teil der gesetzlich vorgeschriebenen Bruttobeitragsgarantie zu verzichten, ziemlich gering verbreitet. Dieser Alternative stimmten in der Befragung lediglich 32 Prozent mehr oder weniger zu.

Auf mehr Zustimmung stößt dagegen eine „Kompromisslösung“, die von den Autoren eines Gutachtens, das im Auftrag des Bundesarbeitsministeriums angefertigt worden ist, vorgeschlagen wurde. Darin ist in Anlehnung an Erfahrungen in anderen europäischen Staaten eine sogenannte Zielrente konzipiert worden, bei der die spätere Leistung auf der Grundlage sorgfältiger kaufmännischer Grundsätze ermittelt, aber nicht garantiert wird. So bleibt Spielraum für eine ertragreichere Kapitalanlage. Wenn wegen ungünstigerer Kapitalmarktbedingungen die künftige Rente herabgesetzt werden muss, wird nach einer Verbesserung der Kapitalanlagen die Rente wieder angehoben. Mit einer solchen Lösung konnten sich immerhin 55 Prozent der Befragten anfreunden.

Die Umfrage zum DIA-Deutschland-Trend erfolgte vor dem Hintergrund einer politischen Diskussion, die im Ergebnis zu einer geringeren Haftung der Arbeitgeber für die Betriebsrenten führen soll. Darüber wird seit der Vorstellung des sogenannten „Sozialpartnermodells Betriebsrente“, das vom Bundesarbeitsministerium bereits 2014 erstmalig ins Gespräch gebracht worden ist, eine Auseinandersetzung mit den Verbänden der Arbeitgeber, mit den Gewerkschaften und Anbietern der betrieblichen Altersversorgung geführt.

www.dia-vorsorge.de

Quelle: http://finanzwelt.de/mehrheit-fuer-erhalt-der-bav-garantien/

Das Ringen um die bessere bAV

Wie bekommt man 12 bis 13 Millionen Sozialversicherungspflichtige, die bisher ohne bAV sind, in die bAV? Das Bundesarbeitsministerium präferiert als Lösung ein Sozialpartnermodell, die Versicherer wollen eine Reform des bestehenden Systems. In der vergangenen Woche hat sich eine Veranstaltung der HDI mit diesen Themen beschäftigt.

Zwei ministerielle Gutachten haben Bewegung in die Diskussion um eine bAV-Reform gebracht. Nicht klar ist bisher, wie es nun weitergehen wird. Die einen rechnen damit, dass schon im September ein Vorschlag vom Bundesarbeitsministerium vorliegen werde, andere glauben nicht an ein so schnelles Vorgehen. Vorerst werden deshalb weiterhin die Positionen ausgetauscht, so auch auf dem HDI bAV-Expertenforum, das in der vergangenen Woche in Köln stattfand.

Weniger Garantie in der bAV?

In einem Vergleich der zur Diskussion stehenden Reformideen machte Fabian von Löbbecke, Vorstandsvorsitzender der Talanx Pensionsmanagement AG und verantwortlich für bAV bei der HDI, zunächst deutlich, dass die bAV im bestehenden System reformiert werden müsse. Als Beispiele nannte er, dass die Anrechnung der bAV auf die Grundsicherung entfallen solle und ebenso die Doppelverbeitragung in der KVdR („Krankenversicherung der Rentner“) ein Ende haben müsse. Beides würde Arbeitnehmer, insbesondere Geringverdiener, bisher davon abhalten, eine bAV abzuschließen. Ein konkreter Ansatz wäre wohl auch eine Förderung bei Personen mit kleinem Einkommen.

Dass auch der Niedrigzins ein Grund für die mangelnde bAV-Beteiligung sein könnte, lässt von Löbbecke nicht gelten. Entscheidend sei nicht allein die „Produktrendite“, sondern auch die „Systemrendite“, die sich durch die nachgelagerte Besteuerung ergebe. Selbst wenn die Produktrendite gegen Null gehe, lohne sich die bAV aufgrund der Steuervorteile, rechnete er vor. Zudem warf er die Frage auf, ob das Garantieniveau in der BZML (Beitragszusage mit Mindestleistung) tatsächlich bei 100% der gezahlten Beiträge liegen müsse, oder ob nicht auch 80 oder 90% reichen würden. Die Versicherer hätten dann die Möglichkeit, mehr Geld in die Rendite zu investieren.

Lässt das „Leitplankenmodell“ Luft für Wettbewerb?

Selbst wenn die Forderungen der Versicherer erfüllt werden würden, würde dies nicht die rund 12 Millionen Sozialversicherungspflichtigen in die bAV führen, entgegnete Ex-Zurich-Vorstand Dr. Marco Arteaga vor den geladenen HDI-Vertriebspartnern in Köln. Er hat als Partner der Anwaltssozietät DLA Piper das Gutachten des Bundesarbeitsministeriums zum „Sozialpartnermodell Betriebsrente“ erstellt. In diesem Modell würden die Tarifverbände – Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände – eine zentrale Rolle spielen. Per Tarifvertrag soll die bAV demnach verbreitet werden. Wer die bAV nicht wolle, könne sich dann auch dagegen entscheiden. Und es würde sich um eine reine Beitragszusage ohne Mindestleistung handeln. Dieses Modell werde Versicherer und Versicherungsmakler nicht aus dem Feld schlagen, sondern als weiterer Wettbewerber am Markt stehen, so Arteaga. Denn das „Ur-Modell“, in dem eigene Versorgungseinrichtungen der Tarifparteien möglich gewesen wären, würde wohl so nicht kommen. Wahrscheinlicher sei ein „Leitplankenmodell“, in dem der Tarifvertrag den Rahmen setze, aber auch betriebsbezogene Kollektivverträge zum Tragen kämen.

Arbeitgeber-Zuschuss als Pflicht?

Prof. Dr. Thomas Dommermuth, Beiratsvorsitzender des Instituts für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP), glaubt nicht daran, dass das Sozialpartnermodell reicht, um mehr bAV zu generieren. Zuvorderst rechnete er in Köln jedoch vor, dass die bAV dank der Steuervorteile ein Erfolgsmodell sei. Ein verpflichtender Arbeitgeberzuschuss oder eine Zulage etwa – beides findet sich auch in dem zweiten Gutachten des Bundesfinanzministeriums wieder – könnte die Verbreitung der bAV allerdings weiter befördern, ebenso die Aufstockung von Beitragshöchstgrenzen im EStG und SvEV/SGB IV auf 10%. Insgesamt hat das IVFP zehn Reformpunkte aufgestellt.

Was ist mit der Beratung?

Es wird wohl nicht ohne Vertrieb gehen, gab Dr. Marco Arteaga den Besuchern des HDI bAV-Expertenforums mit auf den Weg. Auch nicht beim Sozialpartnermodell. Allerdings würde im Zuge der Reformgedanken durchaus über die Vergütung in der bAV-Beratung diskutiert. Es gäbe politische Tendenzen, die Abschlussprovision in der bAV abzuschaffen. Möglich wäre auch, dass sich die Honorarberatung hier durchsetzen werde. Dr. Tobias Warweg, Vorstand der HDI Vertriebs AG und verantwortlich für den Kooperations- und Maklervertrieb, geht davon aus, dass es auch künftig genug Raum für den Vertrieb gebe, insbesondere auch für Versicherungsmakler: bAV bliebe ein Expertenthema und ginge nicht ohne Beratung. (bh)

 

Quelle: http://www.asscompact.de/nachrichten/das-ringen-um-die-bessere-bav


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